DRK Witten Blog

Aktuelles rund um den DRK-Kreisverband Witten

Mutter und Sohn finden sich nach 5-jähriger Trennung wieder

Am 21.12.17 von Jens Struppek (Suchdienst)

Das Foto zeigt Mutter und Sohn, sowie René Deuster, Leiter des Suchdienstes in Witten, der den Fall auch persönlich bearbeitet hat.

5 Jahre hatten sich Mutter und Sohn nicht mehr gesehen, doch jetzt konnten sie sich wieder in die Arme schließen. 5 Jahre ist es inzwischen her, dass die Umstände die Mutter zur Flucht aus Conakry, der Hauptstadt Guineas trieben. Sie musste alles, selbst ihre Familie zurücklassen unter ihnen auch ihr damals 9-jähriger Sohn. Er musste fortan ohne seine Mutter aufwachsen. Vor sieben Monaten hielt er es allerdings nicht mehr aus, als er von der Großmutter erfuhr, dass seine Mutter inzwischen in Europa leben sollte, in einem Land namens Deutschland. Auch er floh unter dramatischen Umständen nach Europa und erreichte tatsächlich Deutschland.

Da er keinen Kontakt zu seiner Mutter hatte und auch nicht wusste, wo in Deutschland er sie suchen sollte, brachten die Behörden ihn in einer Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Bochum unter. Dort versucht er zurzeit mit den Betreuern seine traumatische Flucht nach Deutschland zu verarbeiten.

Ein zentrales Thema bei den Gesprächen war die Trennung von seiner Mutter. Seine Betreuer wandten sich daraufhin an das Rote Kreuz und baten um Hilfe. Als nächstgelegene Suchdienst-Stelle wurde Witten der Fall vom Landesverband des Roten Kreuzes zugewiesen. Bei einem ausführlichen und emotionalen Gespräch versuchte der Rotkreuz-Suchdienstler René Deuster möglichst viel über die Umstände, die zur Trennung geführt haben in Erfahrung zu bringen, um diese im Anschluss an den internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes weiterzuleiten. Das internationale Rote Kreuz ist in fast allen Ländern der Welt tätig und versucht unter anderem durch Krieg, Flucht oder Katastrophen getrennte Familienangehörige wieder in Kontakt zu bringen. Dies ist oft ein langwieriger Prozess, da Recherchen vor Ort nötig sind und die Unterstützung der Behörden von Land zu Land auch mal mehr und mal weniger gut funktioniert.

In diesem Fall spielte uns allerdings der Zufall in die Hände. Fast gleichzeitig wurde nämlich auch die Mutter auf den Suchdienst des Roten Kreuzes aufmerksam und stellte ebenfalls einen Suchantrag. Die Vermutung des Sohnes, dass die Mutter in Deutschland lebte war richtig, so dass beide Suchanträge in der Suchdienst-Leitstelle des Deutschen Roten Kreuzes in München landeten und dort schnell als „Treffer“ zugeordnet werden konnten. Somit dauerte es nur zwei Tage vom Eingang des Suchantrages in München bis zur Rückmeldung an René Deuster in Witten, dass die Mutter vermutlich gefunden sei. Nicht nur das – sie wohnt seit Jahren in Dortmund, nur 25 km von ihrem Sohn entfernt!  Üblicherweise wird dann versucht einen telefonischen Kontakt herzustellen, um zu verifizieren, dass es sich tatsächlich um die gesuchte Person handelt. In diesem besonderen Falle organisierten alle Beteiligten kurzerhand ein Treffen in Dortmund.

Mutter und Sohn fielen sich in die Arme. „Merci Croix Rouge – Danke dem Roten Kreuz“ wiederholte die Mutter immer wieder unter Freudentränen. Die Wiedersehensfreude war groß und die gegenseitige Bestätigung, dass man sich gefunden hatte somit nur noch eine reine Formsache.

Update:

Am Donnerstag berichtete Radio Ennepe Ruhr über den Fall und hat uns freundlicherweise Mitschnitte der beiden Beiträge zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Diesen Artikel herunterladen und später lesen:
Schlagworte für diesen Artikel: , ,