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Gemeinsame Übung von Feuerwehr und Rotem Kreuz

Am 27.03.17 von Jens Struppek (Sanitätsdienst)

Zum Glück waren die Ereignisse, die sich am Freitagabend an der  Zeche Nachtigall ereigneten, nur eine Übung. Dennoch war es ein  dramatisches Bild, was sich den über 35 Einsatzkräften der Löscheinheit Annen der freiwilligen Feuerwehr und des Wittener Roten Kreuzes bot.

Über 15 Verletzte, 4 davon schwerverletzt, waren das Ergebnis einer aus dem Ruder gelaufenen, feuchtfröhlichen Party von Jugendlichen auf dem Gelände der Zeche Nachtigall. Auslöser war eigentlich nur ein kleiner Unfall. Doch die Versuche zu helfen und die Lage wieder in den Griff zu bekommen, machten es am Ende nur schlimmer. „Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Tatsache, dass die meisten Jugendlichen und auch die Aufsichtspersonen deutlich alkoholisiert waren. Dadurch haben sie offenbar die Situation völlig falsch eingeschätzt.“, erläutert Jannik Pewny, Löscheinheitsführer der Löscheinheit Annen. „Hier war es zum Glück nur eine Übung, doch auch in der Realität werden wir immer wieder zu vergleichbaren Einsätzen gerufen, die zum Glück meist glimpflicher ausgehen.“ Hier kam es hingegen zu einer Fülle von teils spektakulären Unfällen, wie zum Beispiel einem Schüler, dessen Bauch von einer Metallstange durchspießt wurde oder einem anderen Partygänger, der auf dem Gelände von einem Zug überrollt wurde. All das führte dazu, dass etliche Fahrzeuge von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz zum Ort des Geschehens ausrückten, um sich den Verletzten anzunehmen.

„Die Einsatzkräfte wussten zwar vorher, dass es sich um eine Übung handelt, jedoch – wie auch im wahren Leben – nicht was sie dort erwartet. Auch wenn das Blut künstlich war, die Schreie, das Wetter und das Blaulicht waren echt und führten zu einer realistischen Stresssituation.”, erklärt Moritz Hafer, der für das Rote Kreuz die Übung zusammen mit Sören Schulz von der Löscheinheit Annen konzipiert hat. „Es ist uns wichtig  solche Übungen so realistisch wie möglich zu gestalten, um unsere Einsatzkräfte bestmöglich auf echte Einsätze vorzubereiten. Deshalb freut es uns auch besonders, dass wir diese Übung gemeinsam mit der Feuerwehr durchführen konnten, denn auch bei einem echten Einsatz spielt die gute Zusammenarbeit eine wichtige Rolle.“

Die Feuerwehr und das Rote Kreuz haben unterschiedliche Schwerpunkte, Stärken und Schwächen und können sich hervorragend ergänzen. Dafür ist es aber erforderlich die Zusammenarbeit auch zu trainieren. Die ersteintreffenden Feuerwehrleute merkten im Verlauf der Übung schnell, dass sie gerne früher mehr Einsatzkräfte vor Ort gehabt hätten und dass die Rotkreuzler ihnen dabei hätten helfen können, auch wenn die gelernten Einsatzstichworte für eine Nachalarmierung vielleicht noch nicht gegeben waren. Deshalb soll die Zusammenarbeit auch weiterhin intensiviert werden.

Nicht möglich gewesen wäre diese Übung ohne die hervorragende Arbeit der Realistischen Unfalldarstellung des Jugendrotkreuz Wattenscheid und die beispiellose Unterstützung vom LWL Industriemuseum „Zeche Nachtigall“. Darüber hinaus hat der Förderverein der Löscheinheit Witten-Annen maßgeblich zum Erfolg der Übung beigetragen.

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